Besuch in den Mastrilser Auen

Der Flussabschnitt bei Mastrils in Landquart (Karte) ist der letzte Abschnitt am Alpenrhein, wo noch etwas Platz für eine naturnahe Au ist – mit Überschwemmungen, Kies- und Sandbänken, Auwald und einer unverbauten Bachmündung. Um den Vorarlbergern zu zeigen, wie so etwas aussehen könnte, hat die Plattform Lebendiger Alpenrhein auch heuer in Zusammenarbeit mit der inatura zu einer Exkursion eingeladen.

Trotz der nassen Wetteraussichten war der Bus voll besetzt, eine große Gruppe unter der fachkundigen Leitung von Monika Gstöhl, Geschäftsführerin der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz, bewunderte die Vielfalt der Lebensräume in der Au und erfuhr viel Interessantes über Tiere und Pflanzen, von der seltenen Tamariske bis zur Rückkehr von Bibern und Wölfen. Mit von der Partie waren die beiden Rheinbauleiter aus der Schweiz und Vorarlberg, die anschließend im Museum Rheinschauen das Hochwasserschutzprojekt Rhesi vorstellten und in einer offenen und angeregten Diskussion Rede und Antwort standen.

Für die Teilnehmer stand außer Frage, dass „Rhesi“ tatsächlich eine Jahrhundertchance bietet – sie muss nur noch richtig genutzt werden!

Mehr Bilder aus dieser schönen Gegend finden sich im letztjährigen Exkursionsbericht.

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Rhesi: Zwei Drittel für naturnahen Hochwasserschutz | Naturschutzanwaltschaft Vorarlberg

So könnte die AUfweitung an der Frutzmündung aussehen  Fotomontage: Peter Rey, hydra-institut

So könnte die Aufweitung an der Frutzmündung aussehen Fotomontage: Peter Rey, hydra-institute

Das hätte auch ein Riesen-Potential für neue Aulandschaften:
Rhesi: Zwei Drittel für naturnahen Hochwasserschutz | Naturschutzanwaltschaft Vorarlberg.

Großer Andrang bei der Auwald Exkursion in Lorüns!

Die Exkursion in die Lorünser Au am 05.09.2014 mit Markus Grabher erlebte einen großen Andrang. Erfreulicherweise fanden sich viele interessierte Montafoner ein. In der Lorünser Au lässt sich der Landschaftswandel und der hohe Nutzungsdruck auf die letzten Auwälder gut exemplarisch zeigen. Darüber einiges erzählt hat uns auch Alt-Bezirkshauptmann von Bludenz und Lorünser Leo Walser.
Wir wanderten auf dem Damm des Retentionsbeckens für den Hochwasserschutz und diskutierten über die vorherrschenden Neophyten im Bereich wie z.B. die Kanadische Goldrute und das Indische Springkraut. Diese nutzen gerade die Rohböden nach derartig großen Bauprojekten und siedeln sich an. Dabei verdrängen sie die typische Flora im Auwald. Hinsichtlich der Verdrängung dieser Arten brachte sich auch die Naturwacht v.a. in Person von Obmann Anton Schneider sehr ein. Sehr idyllisch und lehrbuchmäßig waren die kleinen gut intakten Grauerlenau-Bereiche. Hier ist der Wasserhaushalt noch intakt und auch eine Idee zur Verbesserung der Bedingungen wurde vor Ort bereits aufgeworfen.

Natur ist der beste Hochwasserschutz

Meinung zum HochwasserschutzHier haben wir das ja schon oft gesagt: Renaturierung, Retention und Platz für Gewässer sind die besten Maßnahmen zum Hochwasserschutz. Auch eine überwältigende Mehrheit der Deutschen stimmt dem mittlerweile zu: Dies ergibt eine neue Studie zum Naturbewusstsein der Deutschen, die das Bundesamt für Naturschutz kürzlich veröffentlichte.

„Flüsse und Bäche naturnah zu gestalten“, ist die Maßnahme mit der größten Zustimmung, die finden 93 %  der Befragten “sehr wichtig” oder “eher wichtig”, für 90 % mehr Überschwemmungsflächen und Auen zu schaffen. 

Zeitgemäßer Hochwasserschutz in Südtirol

Kurzmitteilung

Die bisher größte Revitalisierungsmaßnahme in Südtirol ist die Revitalisierung des Mareiter Baches bei Sterzing. Die Maßnahmen wurden auf einer Länge von 900 m umgesetzt und gaben dem stark verbauten Bach zumindest in diesem Abschnitt wieder seinen Platz und damit seine Lebensadern zurück.

Der verbaute und eingeengte Mareiter Bach  2005 (vor der Revitalisierung) und der aufgeweitete, mäadrierende Mareiterbach 2010 (nach der Revitalisierung)

Der verbaute und eingeengte Mareiter Bach 2005 (vor der Revitalisierung) und der aufgeweitete, mäadrierende Mareiterbach 2010 (nach der Revitalisierung)


Diese Gewässerrevitalisierung vereint Hochwasserschutz mit Ökologie: die nunmalige Rückgewinnung von ehemaligen abgetrennten Fluss- und Auenflächen bewirkt die Erfüllung der Funktion als Retentionsraum bei Hochwasser und als Lebensraum für eine Vielzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten!
Revitalisierter Mareiter Bach bei Stange

Revitalisierter Mareiter Bach bei Stange


Realisiert wurde das Projekt von der Abteilung Wasserschutzbauten des Landes Südtirol auf Flächen des öffentlichen Wasserguts. Die Projektskosten liegen bei ca. 2,8 Mio. Euro.

Elbe: Renaturierte Auen schützen vor Überschwemmungen

Elbtalauen bei Lenzen, neuer Damm im Bau

Elbtalauen bei Lenzen, links der neue Damm im Bau – Foto: Jochen Purps

Das erste große Hochwasser ist überstanden: In den Elbtalauen bei Lenzen in Brandenburg (Karte) wurde in einem großen Naturschutzprojekt der Damm der Elbe auf einer Länge von über 7 km zurückverlegt – bis zu 1,3 km von der Elbe weg. So konnten 420 Hektar renaturierter Aulandschaft geschaffen werden, vor allem Auwald, aber auch Weiden für Wildpferde und einige Wiesen. Weiterlesen

Auenschutz ist Klima-, Hochwasser- und Naturschutz

P1000116Das deutsche Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat eine neue Studie vorgestellt, die sich mit dem gesellschaftlichen Nutzen von Flussauen befasst.
In der Presseaussendung dazu stellt das BfN fest, dass Deutschlands Flussauen nicht nur als attraktive Landschaften und Hotspots der biologischen Vielfalt wichtig sind, sondern auch andere große Nutzen für die Gesellschaft erbringen: Weiterlesen

Rhesi – Die große Chance

Alpenrhein heute (links) und vielleicht nach Rhesi morgen (rechts)
Bilder: http://www.lebendigerrhein.org

Basierend auf dem Entwicklungskonzept Alpenrhein aus dem Jahr 2005 wurde 2011 mit den Planungen für den hochwassersicheren Ausbau des Alpenrheins begonnen. Das Projekt mit einer Länge von 26 km grenzübergreifend zwischen Schweiz und Österreich wird mit Rhesi abgekürzt – für „Rhein Erholung Sicherheit“.

Derzeit werden verschiedene Varianten geprüft, von Dammerhöhung bis zur völligen Aufweitung des Gerinnes – grundsätzlich aber immer innerhalb der bestehenden Außendämme. An einigen Stellen wären zusätzliche Aufweitungen möglich, z.B. Dammabrückung bei der Frutzmündung. Weiterlesen